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Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Wirtschaftsinformatik und Nachhaltiges IT-Management – Prof. Dr. Gilbert Fridgen

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Forschungsprojekte

Laufende öffentlich geförderte Forschungsprojekte

Big-Data-Analyse und -Prognose von Energieverbrauch und Sanierungskosten bei ImmobilienEinklappen
Start:September 2016
Ende:August 2018
Projektlaufzeit:2 Jahre
Gefördert durch:VDI/VDE
Projektnummer:IUK-1606-0002, IUK491/001
Kontakt:Prof. Dr. Gilbert Fridgen

Im Projekt BigDAPESI soll ein Big-Data-Konzept zur Analyse und Prognose von Energieverbräuchen und Sanierungskosten bei Immobilien unter Wahrung eines hohen Schutzniveaus von individuellen Nutzerdaten entwickelt werden.

Die Analyse und Prognose der Energieverbräuche bei BigDAPESI stützt sich auf die Verarbeitung großer Mengen bauphysikalischer und verbrauchsorientierter, strukturierter und unstrukturierter Daten. Aus diesem Grund soll neben der Datenhaltung und dem Datenzugriff ein Großteil der Forschungsanstrengungen auf der Datenverarbeitung und –visualisierung liegen. Um außerdem den Schutz der Privatsphäre zu garantieren, müssen bestehende Methoden zur Analyse großer Datenmengen so angepasst werden, dass diese in Kombination mit Privacy-Preserving-Methoden angewendet werden können.

Zusammenfassend fußt die Innovation des Vorhabens auf der datengetriebenen Bestimmung von Energieverbräuchen.  Die entsprechende IT-Unterstützung zielt darauf ab, etablierte Verfahren der Bauphysik in Geschwindigkeit und Genauigkeit deutlich zu übertreffen und hinsichtlich ihrer Kosten zu unterbieten. Dies ermöglicht eine Verbesserung des konventionellen Verfahrens und offeriert ein in der Immobilienwirtschaft gänzlich neuartiges Vorgehen.

Kernaspekte des Projektes sind:

  • Steigerung der Geschwindigkeit und Präzision bei gleichzeitiger Verringerung der Kosten der Energieverbrauchsprognosen im Vergleich zu bestehenden Verfahren
  • Schutz der Privatsphäre und Anonymität als zentrale und innovative Eigenschaft
  • Energieverbrauchsprognose in Nahe-Echtzeit zur Gewährleistung eines hohen Servicelevels und hoher Nutzerakzeptanz
  • Verarbeitung strukturierter und unstrukturierter Daten aus verschiedenen Datenquellen
​Digitales Bad Hindelang – eine alpine Tourismusgemeinde in Zeiten der DigitalisierungEinklappen
Logos BMBF und Wissenschaftsjahr 2015

Die Digitalisierung verändert spätestens seit der breiten Nutzung des Internets zunehmend gesellschaftliche Strukturen und prägt neue ökonomische Entwicklungen. Heute greifen zusätzlich mobile, digitale Lösungen in die Lebenswelt von Menschen ein. Zunehmend entstehen neue, digitale Geschäftsmodelle, der mobile Onlinehandel weist seit Jahren zweistellige Wachstumsraten auf und Trends rund um Smartphones, Tablets, Self-Tracking Devices, Wearables, Ubiquitous Computing und mobile Applikationen sprechen längst nicht mehr nur die jungen Zielgruppen an. Digitalisierung kann neben positiven Impulsen für die Wirtschaft insbesondere durch die breite Vernetzung unterschiedlicher Lebensbereiche sowie die schnelle Konversion großer Datenmengen zu Informationen dabei unterstützen, neue Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit zu finden.

Intelligente Anwendungen können beispielsweise dazu beitragen, ökologische Ziele wie den Erhalt der Natur- & Kulturlandschaft einer Region mit ökonomischen Zielen wie der Herausbildung eines Alleinstellungsmerkmals einer Tourismusregion durch innovative digitale Gesundheits-& Freizeitangebote miteinander in Einklang zu bringen. Auch soziale Ziele wie die Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens von Bürgern und Touristen können durch aktuelle Trends wie der Quantify-yourself-Bewegung mit ökologischen und ökonomischen Zielen synergetisch verbunden werden. Ein etwas konkreteres Beispiel wäre eine mobile Wanderwege-Applikation, die situationsgerechte Informationen und Erläuterungen rund um die Region und Natur liefert (digitaler Naturlehrpfad). Gleichzeitig könnten die Wanderroutenvorschläge an aktuelle Schon-, Nist- und Brutzeiten in der Region angepasst werden oder durch eine integrierte Erfassung und Auswertung von Gesundheitsdaten an die eigene Leistungsfähigkeit angepasste Wegvorschläge präsentieren.

Bad Hindelang ist eine äußerst aktive Gemeinde mit einer Vielzahl an Vereinigungen und engagierten Bürgern (z.B.: Sonnenwende e.V., das forstliche Sonderprogramm Bergwaldoffensive, das Energieteam des Energie- und Umweltzentrum Allgäu, Tourismus Verein e.V., Tourismusbeirat). Auch im Bereich Digitalisierung konnte die Gemeinde bereits erste Projekte erfolgreich umsetzen wie beispielsweise die „virtuelle Pistenabfahrt“ oder die Gästekarte Bad Hindelang Plus, welche unterschiedliche Freizeitangebote und den öffentlichen Nahverkehr miteinander vernetzt. Im Zuge des Projekts sollen nun die Chancen der Digitalisierung für die Marktgemeinde weiter genutzt und ausbebaut werden. Digitale Lösungen sollen die Kommunikation zwischen den, bisher weitgehend individuell agierenden Bürgerinitiativen, sowie die Kommunikation der unterschiedlichen Akteure und Anspruchsgruppen untereinander vereinfachen und stärken. Hierdurch lassen sich Synergien zwischen den unterschiedlichen Betätigungsfeldern schaffen und gemeinsame, bürgernahe Ziele im Rahmen eines ganzheitlichen Konzepts für die Zukunft der Gemeinde herausbilden und umsetzen. Von Vorteil sind hierbei die vergleichsweise weniger komplexen Strukturen in der alpinen Tourismusgemeinde. Im Vergleich zu einem komplexeren Anwendungsrahmen kann in Bad Hindelang mittels Digitalisierung eine relativ breite Anzahl an Synergien zur Erreichung von langfristigen Zukunftszielen genutzt werden.Um im Rahmend des Projekts eine bürgernahe und bedarfsgerechte digitale Vision für Bad Hindelang zu entwickeln, sollen im Zuge der ersten Projektphase gemeinsam mit Bürgern, Bürgervertretern, Vereinen und Unternehmen aktuelle Bedarfe mittels einer Bürgerbefragung und erwünschte Zukunftsvisionen mittels eines Ideenwettbewerbes festgestellt werden. Konkrete Ansatzpunkte für eine bedarfsgerechte Digitalisierung der Marktgemeinde sollen anschließend in einem Workshop gemeinsam priorisiert werden.Das Projekt "Digitales Bad Hindelang" verfolgt das Gesamtziel, ganzheitliche, bedarfsgerechte und bürgernahe digitale Lösungen für die langfristigen Herausforderungen der Tourismusgemeinde zu entwickeln, umzusetzen und dauerhaft in der Gemeinde zu verankern.

Ansprechpartner: Prof. Dr. Gilbert Fridgen

SynErgie – aktive Mitwirkung an der erfolgreichen Gestaltung der EnergiewendeEinklappen
Logos BMBF und SynErgie
Start:September 2016
Ende:August 2019
Projektlaufzeit:3 Jahre in der ersten von voraussichtlich drei Förderphasen
Gefördert durch:Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Projektträger:Projektträger Jülich (PtJ) 
Projektnummer:03SFK3Q0
Kontakt:Prof. Dr. Gilbert Fridgen

Insbesondere die energieintensive Industrie kann sich künftig nicht mehr darauf verlassen, dass der benötigte Strom dann vorhanden ist, wenn er gebraucht wird, sondern muss mithilfe der Forschungsinstitute lernen, ihn dann zu brauchen, wenn er vorhanden ist. Das Konsortium mit dem Titel „Synchronisiertes Energiemanagement für die Ausrichtung energieadaptiver Prozesse“ (SynErgie) hat den Zuschlag für die Förderung eines Forschungsprojekts im Rahmen der „Kopernikus-Projekte für die Energiewende“ erhalten.

SynErgie hat das Ziel, durch Nutzung der Flexibilität energieintensiver Industrieprozesse entscheidend zum Gelingen der Energiewende beizutragen. Das Vorhaben des Konsortiums wird in der Förderlinie "Ausrichtung von Industrieprozessen auf fluktuierende Energieversorgung" gefördert, welche die Zielstellung hat, energieintensive Industrieprozesse so in das zukünftige Energiesystem zu integrieren, dass das zunehmende Angebot volatiler erneuerbarer Energien im Stromsystem genutzt und balanciert werden kann. Im Stromsystem von Morgen wird nicht mehr wie bisher das Stromangebot der Stromnachfrage folgen können. Vielmehr muss die Stromnachfrage an das Stromangebot angepasst werden. Hier spielen die energieintensiven Branchen eine entscheidende Rolle.

Prof. Dr. Fridgen und seine Mitarbeiter werden innerhalb des Konsortiums insbesondere für die Gestaltung der informationstechnischen Anbindung von Industrieunternehmen an die verschiedenen Akteure des Strommarkts verantwortlich sein. Dazu gehört auch die Gestaltung und Bewertung innovativer Produkte im Markt- und Stromsystem, die in Zukunft automatisiert gehandelt werden sollen. Dabei gilt es auch, die Bereitstellung industrieller Nachfrageflexibilität ökonomisch zu bewerten und Mechanismen zu entwickeln, wie Industrieunternehmen eine entsprechende Vergütung erhalten. Das Konsortium SynErgie wird zunächst über eine Laufzeit von drei Jahren mit einem jährlichen Fördervolumen von 10 Millionen Euro gefördert. Für jedes der vier Kopernikus-Projekte wurde ein Förderzeitraum von bis zu zehn Jahren mit einem Fördervolumen von jeweils 100 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Die Universität Bayreuth ist an diesem Konsortium mit zwei Professoren der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät maßgeblich beteiligt: Prof. Fridgen als Professor für Wirtschaftsinformatik und gleichzeitig stellvertretender Leiter der Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer FIT sowie Prof. Lange als Professor für Bürgerliches Recht, dt. und europ. Handels- und Wirtschaftsrecht und gleichzeitig Direktor der Forschungsstelle für Energierecht (FER). Daneben wirken an dem Konsortium noch 19 weitere Forschungseinrichtungen von der RWTH Aachen, über Köln, Chemnitz, Darmstadt, Karlsruhe und Stuttgart bis zur TU München sowie 40 Industrieunternehmen aus allen energieintensiven Branchen aktiv mit. Die synergetische Zusammensetzung des Konsortiums ermöglicht nicht nur die transdisziplinäre Erforschung neuer Grundlagen, sondern auch die industrielle Umsetzung und gesellschaftliche Akzeptanz der erarbeiteten Lösungen. Ein besonderer Dank geht an Prof. Dr. Abele (TU Darmstadt) für die Gesamtkoordination des Konsortiums.

Für forschungsinteressierte Studierende bieten wir laufend Abschlussarbeiten im Kontext des Forschungsprojekts an. 

Abgeschlossene öffentlich geförderte Projekte

​Mediheld-gesamtheitliche Versorgung im ländlichen RaumEinklappen
Logos GroupXS und Schugg Gruppe

Start:Juni 2014
Ende:Dezember 2014
Projektlaufzeit:8 Monate
Projektträger:
Projektnummer:
Kontakt:Prof. Dr. Gilbert Fridgen

Eine effiziente häusliche, ambulante Patientenversorgung mit Arzneimitteln und medizinischen Produkten ist in Deutschland aufgrund von strengen rechtlichen Vorschriften schwierig umzusetzen. Im Normalfall erfolgt die Abgabe von Arzneimitteln und medizinischen Produkten noch immer unter Verwendung eines gedruckten Papierrezeptes. Eine schnellere und weniger aufwändigere Versorgung älterer und eingeschränkter Menschen könnte durch die Verwendung von digitalen Kollaborationsplattformen verbessert werden. Neue Ansätze, wie das eRezept im Rahmen der elektronischen Gesundheitskarte konnten sich jedoch nicht durchsetzen oder verzögern sich. Das Projekt Mediheld setzt daher nicht auf eine vollständige Abschaffung des Papierrezeptes, sondern ergänzt dieses durch eine digitale Kollaborationsplattform für die beteiligten Akteure, durch die die Patientenversorgung effizienter erfolgen kann. Das Projekt Mediheld wird unter Federführung der groupXS Solutions GmbH zusammen mit der Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer FIT an der Universität Bayreuth, dem Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Sozialwirtschafts- und Gesundheitsrecht an der Universität Bayreuth sowie der Schug Gruppe umgesetzt. Dies unterstreicht die Interdisziplinarität des Projektes zwischen Rechtswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und der Informatik. Für die Gestaltung der Kollaborationsplattform und der ihr zu Grunde liegenden Prozesse ist nicht nur fundiertes Know-how in der Softwareentwicklung, sondern auch eine Prüfung auf rechtliche Rahmenbedingungen (z.B. Datenschutz) sowie die Entwicklung eines tragfähigen Geschäftsmodells notwendig.

Das Projekt Mediheld geht erstmalig ein Thema an, das vor allem den ländlichen Raum durch den demographischen Wandel zunehmend betreffen wird. Insbesondere die Bevölkerung der durch Abwanderung betroffener Gebiete wird in Zukunft einen hohen Altersdurchschnitt aufweisen. Die häusliche ambulante Pflege in diesen Gebieten ist – unter den aktuellen rechtlichen Vorschriften – geprägt von einem hohen Koordinations- und Zeitaufwand, im Besonderen auch durch lange Fahrtstrecken zwischen Arzt, Pflegedienst, Apotheke, Sanitätshaus und Patient bzw. Angehörigen, die für eine Versorgung mit Arzneimitteln und medizinischen Produkten zurückgelegt werden müssen. Hier gilt es die Beteiligten der Pflege gezielt durch Innovationen zu unterstützen und zu entlasten, so dass eine effizientere und längere Pflege im häuslichen Bereich ermöglicht wird. Das Projekt Mediheld trägt dazu bei, indem eine digitale Plattform geschaffen wird, die die Kommunikation und Koordination zwischen den Beteiligten Akteuren verbessert. Somit wird nicht nur primär die Lebensqualität der Patienten verbessert, sondern auch der Kosten-, Verwaltungs- und Zeitaufwand der an der Pflege beteiligten Akteure reduziert.

​Wertorientierte Steuerung von IT-ProjektenEinklappen
Logo DFG

Ende:Januar 2015
Projektlaufzeuit:Dezember 2016
Gefördert durch:2 Jahre
Projektträger:Deutsche Forschungsgemeinschaft
Projektnummer:FR 2987/2-1, BU 809/13-1
Kontakt:Prof. Dr. Gilbert Fridgen


Ungefähr jede fünfte Investition in Informationstechnologie (IT) wird nach einer Studie des IT Governance Institute vor einer erfolgreichen Implementierung abgebrochen. Hauptgründe für diese hohen Abbruchraten sind über den Projektverlauf hinweg entstehende Risiken, die zu Budgetüberschreitungen, zeitlichen Verzögerungen sowie zu der nachträglichen Erkenntnis führen, dass erhoffte Ergebnisse nicht erreicht werden können. Um dieses Problem zu adressieren, hat sich die Wissenschaft bisher primär mit der Entwicklung von Methoden zur ex ante Bewertung von IT-Projekten befasst. Allerdings kommen empirische Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass viele Risiken erst im Projektverlauf entstehen. Damit ist eine alleinige ex ante Bewertung von IT-Projekten nicht ausreichend. Um im Projektverlauf entstehende Risiken frühzeitig zu erkennen und ein sinnvolles Gegensteuern zu ermöglichen, sind quantitative Methoden zur laufenden Projektsteuerung nötig, die es nach unserem Kenntnisstand in der Wissenschaft heute noch nicht gibt. Daher wird im Rahmen dieses Forschungsantrags das Ziel verfolgt, quantitative Methoden zu entwickeln, die eine auf einer sinnvollen ex ante Bewertung basierende, laufende wertorientierte Projektsteuerung über den gesamten Zyklus eines IT-Projekts hinweg ermöglichen. Für dieses Vorhaben stellen die Ergebnisse vorheriger Forschungsprojekte wie bspw. „IT-Portfoliomanagement“ (BU 809/10-1), in welchem Methoden zur ertrags-/risikointegrierten Bewertung von IT-Projekten und IT-Portfolios erarbeitet wurden, eine ideale Grundlage dar. Durch die zu entwickelnden Projektsteuerungsmethoden können Unternehmen idealerweise das Scheitern von IT-Projekten sowie den daraus entstehenden wirtschaftlichen Schaden vermeiden. Gleichzeitig tragen sie dazu bei, den Erfolg von IT-Projekten durch die Möglichkeit kontinuierlicher Readjustierungen – unter den jeweiligen Rahmenbedingungen – bestmöglich zu realisieren.


Verantwortlich für die Redaktion: Sekretariat NIM

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